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Die KI-gestützte Nachrichtenplattform WeNews startet in Bozen

Die Journalistengewerkschaft Trentino-Südtirol schlägt Alarm wegen des Markteintritts des Nachrichtenportals WeNews in der Region. Hinter dem Portal steht nach Angaben der Gewerkschaft ein Verlag – oder ein vermeintlicher Verlag – mit Sitz in Hongkong (China).Wie aus einer Mitteilung der Gewerkschaft hervorgeht, stützt sich das Portal nach eigenen Angaben auf frei zugängliche Quellen wie Zeitungen und Pressemitteilungen, deren Inhalte anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet werden. Zudem weist die Gewerkschaft darauf hin, dass die als Autoren der Beiträge genannten Personen nicht als Journalistinnen oder Journalisten registriert seien.Der Vorgang sorgt nicht nur bei der regionalen Journalistengewerkschaft und der italienischen Journalistenföderation FNSI für große Besorgnis, sondern dürfte nach Einschätzung der Gewerkschaft auch die Verlegervereinigung FIEG alarmieren. Kritisiert wird insbesondere die unentgeltliche Übernahme von Inhalten aus Tageszeitungen, ohne die ursprünglichen Quellen zu nennen.Darüber hinaus werfe die Angelegenheit grundlegende Fragen im Hinblick auf Demokratie und nationale Sicherheit auf. Solange Regierung und Parlament keine entsprechenden gesetzlichen Regelungen schaffen, könne grundsätzlich jede im Ausland ansässige Organisation ein journalistisches Onlineportal in Italien betreiben, ohne die für professionelle Journalistinnen und Journalisten sowie Verlage geltenden Vorschriften einhalten zu müssen, und dabei auch Desinformation oder Falschmeldungen verbreiten.Angesichts der derzeitigen geopolitischen Lage Italiens sei diese Entwicklung umso besorgniserregender, heißt es abschließend in der Mitteilung.